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Die Geschichte eines Erdkrümelchens

12.07.2011 Kölner Stadt-Anzeiger

Die Geschichte eines Erdkrümelchens

Von Uta Böker, 12.07.11, 17:50h, aktualisiert 12.07.11, 18:31h
Nach Aquarelli, der Wassertropfen, jetzt Terri, der Erdkrümel. Zwei Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung schreiben tolle Kinderbücher für den Umweltschutz.

Frechen - Terri, das Erdkrümelchen, weiß nicht, wohin die Reise geht. Bei seiner Geburt vor Milliarden Jahren war es ein kleines Sternenstaubteilchen mit feuerroten Wangen und weit aufgerissenen Augen. Am Ende findet die Hauptfigur der Kindergeschichte ihr Zuhause als Erdbrocken unter einem blühenden Apfelbaum. Aber bis dahin ist es ein aufregender Weg.

Die Resonanz auf ihr Erstlingswerk „Aquarellis magische Reise“ war so positiv, dass Annemarie Seigner, Illustration, und Marion Merget, Text, bereits ein Jahr später eine neue Geschichte präsentieren. Im Mittelpunkt steht diesmal nicht der Wassertropfen Aquarelli, sondern das Erdkrümelchen Terri, das aus seinem Leben erzählt. Wieder ist das Thema „Umwelt“, das den beiden Frauen, beide sind Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung, überhaupt den Anstoß gegeben hat, in ihrer Freizeit zu schreiben und zu gestalten. Hobbymalerin Annemarie Seidener arbeitet seit 19 Jahren in der Abteilung Stadtentwässerung. Marion Merget ist in der Personalabteilung beschäftigt und hat das Schreiben bei einem Fernstudium für sich entdeckt. Anlässlich der städtischen Umwelttage im vergangenen Jahr zum Thema „Wasser“ hatte die Verwaltung die Aquarelli-Story als Broschüre gedruckt. Mit etwas zum Vorlesen sollten die Veranstaltungen für Kinder zu den Umwelttagen interessanter gemacht werden.

Bei „Terri“ sind die beiden Frauen schon einen Schritt weiter – sie geben die Bilderbücher selbst heraus. Und sie binden die Geschichten in ein umweltpädagogisches Konzept ein. Bei Lesungen in Kindergärten und in der Stadtbücherei mit Beamer soll die junge Generation sensibel für Umweltprobleme gemacht werden. Dies geschieht nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern die Kinder erfahren spielerisch das Zusammenwirken der vier Elemente Wasser, Erde, Luft und Feuer. Die kleinen Zuhörer sollen sich – wie die Hauptfiguren in den Geschichten – als Helden fühlen: stark genug, die Erde zu retten. Das Erdkrümelchen startet seine Reise ins Leben beim Urknall. In 15 Szenen erlebt Terri die Entstehung unserer Erde: ist bei einem Vulkanausbruch und einem Erdbeben dabei, wird auf die Spitze eines Gebirges gehoben, von dort wieder hinuntergespült, landet in einer Wüste, auf einem Feld und schließlich unter einem Apfelbaum. Die ausdrucksstarken Bilder zu diesen Szenen hat Annemarie Seidner in Aquarellfarben gemalt, aber nicht in beliebigen Tönen. Die Farben kühlen genauso ab wie die Temperaturen in der Geschichte: von Feuerrot bei der Explosion des Urknalls bis zum Grün im Garten. Die Botschaft, die hinter der Geschichte steckt: „Alles auf unserer Erde hat einen Sinn und dient dem Menschen“, sagt Marion Merget. Man könnte auch sagen, die Welt ist angenehmer für ihre Bewohner, wenn man sie so lässt, wie sie ist.

Die Autorin und die Illustratorin ziehen ihre kleinen Zuhörer noch auf andere Weise in ihren Bann: Denn die Geschichte über die Entstehung der Welt spiegelt das Leben wider, mit seinen Höhen und Tiefen. Und am Ende heißt die hoffnungsvolle Erkenntnis: Alles hat seinen Sinn, und es geht immer weiter. Bisher spielen in den Geschichten, Menschen keine Rolle. Doch das wird sich ändern: In einer folgenden Buchreihe wollen Annemarie Seidner und Marion Merget die vier Elemente in einer durch den Menschen veränderten Umwelt zeigen. Doch erst einmal kommen noch zwei weitere Folgen, die in einer ursprünglichen Welt spielen: Die nächste Hauptfigur heißt Aero, passend zum Thema „Luft“ der Frechener Umweltschutztage 2012.

©2011 Eigenverlag AS - Annemarie Seidner